Im Auto unterwegs mit einem Kind mit Behinderung
Wie transportiert ihr euer Kind sicher und komfortabel?
Abhängig von der Art der Behinderung und den individuellen Bedürfnissen gibt es verschiedene Optionen, die den Alltag deutlich erleichtern können. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf gängige Transportmöglichkeiten wie den Rollstuhl, den Reha-Autositz und spezielle Lifte, sowie auf die Funktionen moderner Reha-Autositze.
Rollstuhl im Auto transportieren
Es gibt spezielle Rollstuhl-Transportsysteme, mit denen der Rollstuhl entweder manuell oder elektrisch in den Kofferraum gehoben werden kann. Diese Systeme sind besonders für Familien mit höherem Mobilitätsbedarf eine wertvolle Unterstützung. Wichtig ist, dass der Rollstuhl im Fahrzeug sicher fixiert wird, um Unfälle und Verletzungen bei einem Aufprall zu vermeiden.
In vielen Fällen kann das Kind im Rollstuhl mitfahren. Dafür gibt es spezielle Halterungen und Sicherheitsgurte, die es ermöglichen, den Rollstuhl sicher zu fixieren, sodass das Kind während der Fahrt stabil und geschützt bleibt.
Reha-Autositz
Für Kinder, die nicht in einem herkömmlichen Kindersitz sitzen können, gibt es Reha-Autositze, die individuell an die Bedürfnisse des Kindes angepasst werden können. Zu den wichtigsten Funktionen eines Reha-Autositzes gehören:
- Verstellbare Rückenlehne und Sitzwinkel: Diese Funktion ermöglicht es, die Sitzposition des Kindes je nach Bedarf anzupassen. Für Kinder, die Schwierigkeiten haben, aufrecht zu sitzen, lässt sich die Rückenlehne nach hinten neigen.
- Becken- und Fußstützen: Verstellbare Fußstützen und eine sichere Beckenfixierung sind entscheidend, damit das Kind während der Fahrt nicht verrutscht. Sie helfen, eine gesunde Körperhaltung zu gewährleisten und stabilisieren die Wirbelsäule, besonders bei Kindern, die nicht selbstständig sitzen können.
- Anpassbare Sicherheitsgurte: Die Gurtsysteme in Reha-Autositzen lassen sich oft individuell einstellen, um das Kind optimal zu sichern. Einige Modelle bieten spezielle Schultergurte für eine noch sicherere Fixierung, die verhindern, dass das Kind während der Fahrt aus der Position rutscht.
- Polsterung und Komfort: Gut gepolsterte, atmungsaktive Sitze verhindern Hautreizungen und sorgen für einen angenehmen Fahrkomfort.
Lifte und Hebehilfen – Sicheres Heben ins Auto
Ein weiteres häufiges Problem für Eltern von Kindern mit Behinderung ist das Heben des Kindes ins Auto. Besonders bei Kindern, die nicht selbstständig aufstehen oder sich setzen können, sind Lifte und Hebehilfen unverzichtbar. Hier kannst du auch noch mal den Artikel „Fahrzeuganpassungen“ lesen.
Tipps und Lösungen aus der Community:
Rolli und Kraftknoten
Wir haben ein Mercedes Citan mit einer eingebauten Rampe. Ich kann meinen Sohn mit dem Rollstuhl (HOGGI Cleo) einfach hinten reinschieben und er wird dann mit dem Kraftknoten festgeschnallt. Wir sind damit sehr zufrieden, es ist eine große Erleichterung.
Erst Reha-Autositz jetzt Rolli im Auto
Wir hatten zuerst einen Reha-Autositz von Anatomic Sitt, dann einen Carrot, aber aufgrund der Spastik und der starken Lordose war das Sitzen in diesen Sitzen nicht optimal. Deshalb haben wir den Transport auf den Rollstuhl umgestellt, da das Umsetzen in den Autositz zu schwierig wurde. Mit dem Rollstuhl ist der Aufwand für die täglichen Fahrten zur Therapie deutlich erleichtert worden. Wir haben einen Rollstuhlumbau im VW Caddy und nutzen den Rollstuhl Tilty von Sorg mit einer Sitzschale von Anatomic Sitt.
Rehaautositz mit Zubehör
Wir haben noch eine Drehscheibe unter dem Reha-Autositz, einen Abduktionskeil und ein Fußbrett, um den Komfort und die Stabilität während der Fahrt zu verbessern.
Liegend im Liegeschalenuntergestell
Wir transportieren meinen Bruder liegend im Liegeschalenuntergestell Tina von Schuchmann.
Aktuell ist der Transport damit im Auto offiziell nur als Sonderanfertigung mit gültiger ärztlicher Bescheinigung bzw Gurtbefreiung erlaubt. Die Tina hat einen Fünfpunktgurt und einen Beckengurt, der mit dem Rahmen verbunden ist und Befestigungsösen am Rahmen.
