Pflege im Badezimmer


Individuelle Lösungen für die Körperpflege


Zwischen Routinen, Hilfsmitteln und den Bedürfnissen jedes einzelnen Kindes.
 

Für Eltern/Pflegende von Kindern mit einer Behinderung ist die tägliche Körperpflege oft mit Herausforderungen verbunden. Die Wahl zwischen Duschen und Badewanne hängt von den individuellen Bedürfnissen des Kindes, der Wohnungssituation und den verfügbaren Hilfsmitteln ab. Beide Optionen bieten ihre eigenen Vorteile, aber die richtige Vorbereitung ist entscheidend.

 

Duschen vs. Badewanne

Die Dusche wird in vielen Haushalten bevorzugt, da sie in der Regel schneller und praktischer ist. Spezielle Duschstühle oder -liegen ermöglichen es, das Kind bequem sitzen zu lassen, während es gewaschen wird. Für Kinder, die nicht unter der Dusche frei stehen, sich aber auch nicht selbstständig in einen Stuhl setzen oder auf eine Liege hinlegen können, ist eine Liftermöglichkeit im Badezimmer von hohem Nutzen. Mit Hilfe des Lifters (Deckenlifter oder mobiler Lifter) wird das Kind sicher und komfortabel platziert.

Wer eine Badewanne nutzt, kann ebenfalls von verschiedenen Hilfsmitteln profitieren. Ein Wannenlift, der das Kind sanft in die Wanne hebt, sorgt für mehr Sicherheit und Komfort. In vielen Fällen ist ein Bad eine sehr beruhigende und entspannende Erfahrung für Kinder, insbesondere für solche, die eine starke körperliche Einschränkung haben. Die beruhigende Wirkung des warmen Wassers kann Stress abbauen und das allgemeine Wohlbefinden fördern.

Vor- und Nachbereitung

Die Vorbereitung im Bad ist ein wesentlicher Bestandteil, um den Pflegeprozess so stressfrei und erholsam wie möglich zu gestalten. Das Bereitstellen aller benötigter Pflegeprodukte wie Duschgel, Shampoo, Handtücher und Hautpflegeprodukte, sorgt für eine reibungslose Pflege und vermeidet unnötige Unterbrechungen. Auch die Wassertemperatur sollte vor Beginn der Pflege kontrolliert werden – digitale Thermometer oder thermostatische Armaturen helfen dabei, eine angenehme und sichere Temperatur zu gewährleisten.

Nach dem Waschen oder Baden ist die Hautpflege ein wichtiger Schritt. Spezielle Cremes oder Lotionen helfen, die Haut vor Austrocknung zu schützen, besonders bei Kindern mit empfindlicher Haut. Manche Eltern schwören auf natürliche Pflegeprodukte, die ohne Duftstoffe oder künstliche Chemikalien auskommen, um Hautirritationen zu vermeiden.

Liften im Nassbereich

Ein Thema, das für viele Eltern eine zentrale Rolle spielt, ist das Heben des Kindes in den Nassbereich. Um das Kind sicher und bequem in die Dusche oder Badewanne zu transportieren, gibt es verschiedene Lifter-Modelle – von tragbaren Varianten bis hin zu fest installierten Geräten in Decken-/Wandmontage. Besonders praktisch ist die Verwendung unterschiedlicher Liftertücher, so dass ein anschließender Transfer etwa vom Pflegebett zurück in den Rollstuhl mit einem alternativen, nicht durchnässten Tuch durchgeführt werden kann.

Für größere Kinder gibt es auch mobile Steh- und Duschhilfen, die das Kind während der Dusche in aufrechter Position unterstützen. Diese Geräte bieten eine hervorragende Flexibilität und Bewegungsfreiheit und helfen dabei, das Kind während der Pflege zu stabilisieren.

 

Fazit

Die Körperpflege ist ein sehr individueller Teil des Alltags – geprägt von Routinen, Bedürfnissen und den Möglichkeiten vor Ort. Mit den passenden Hilfsmitteln und einer guten Vorbereitung lässt sich diese Zeit nicht nur sicherer, sondern auch entspannter gestalten. Ob Dusche oder Badewanne: Entscheidend ist, was für euer Kind und eure Situation am besten funktioniert – für mehr Komfort, weniger Belastung und ein gutes Gefühl bei der täglichen Pflege.

Eine pauschale Antwort auf die Frage „Duschen oder Baden?“ gibt es nicht – entscheidend ist, was zum Kind und zu den individuellen Rahmenbedingungen passt. Mit passenden Hilfsmitteln und guter Vorbereitung lässt sich die Körperpflege sicher, praktikabel und möglichst angenehm gestalten.

 

Tipps aus der Community:


Routine
Ein fester Ablauf hilft unserem Kind total – immer gleiche Reihenfolge, gleiche Handgriffe.

Entlastung
Der Duschstuhl war für uns ein echter Gamechanger – viel weniger Kraftaufwand und deutlich mehr Sicherheit.

Vorbereitung
Wir legen uns alles vorher griffbereit – das spart Stress und macht den Ablauf viel entspannter.

Badeliege wave.
Wir haben die Badeliege wave. Sie lässt sich super individuell einstellen und bietet für unseren Sohn mit GMFCS V super Stabilität.
Allerdings steht sie ja nur in der Badewanne und ist leider nicht rauf- und runterfahrbar. Solange unser Sohn noch klein ist, können wir ihn da gut hochheben, aber für größere und ältere Kinder ist das dann sicherlich keine optimale Lösung mehr.
Dennoch erleichtern wir uns so gut es geht, indem wir uns beim Abduschen mit einem Stuhl an die Wanne setzen und es uns so bequem wie möglich machen.

Rifton hts.
Wir nutzen zum Duschen den hts. von Rifton.

Splashy
Wir nutzen den Splashy in der Badewanne und auch in der Dusche.

Babyschwimmbecken
Wir hatten die Reha-Badeliege von Inga für unseren Sohn, da er lange nicht sitzen konnte und das Halten auf dem Arm beim Duschen irgendwann nicht mehr möglich war. Die Badeliege verweigerte er jedoch vehement und wollte nicht dort angeschnallt/fixiert sein. Daher haben wir eine Alternative gefunden, die wir nun seit über drei Jahren nutzen: ein Babyschwimmbecken in der Dusche. Mittlerweile kann unser Sohn alleine darin sitzen, das Baden müssen wir jedoch weiterhin mit zwei Erwachsenen handhaben (der eine bespaßt unser Kind und hält es bei Bedarf fest, der andere cremt ihn ein). Trotzdem bin ich sehr froh, dass es solche Hilfsmittel wie die Badeliege gibt