Auf Reisen mit einem Kind mit Behinderung

 

Diese Hilfsmittel dürfen nicht fehlen


Egal ob ans Meer, in die pulsierende Stadt oder in die ruhigen Berge – das Reisen mit einem Kind mit Behinderung ist eine besondere Herausforderung, aber vor allem eine Chance, gemeinsam unvergessliche Momente zu erleben. Es ist eine Reise, die viel Vorbereitung, Herz und Flexibilität erfordert. Doch mit den richtigen Hilfsmitteln und einer guten Planung wird jeder Ausflug zu einem wertvollen Erlebnis für die ganze Familie.
 

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1. Vor der Reise: Planung ist alles


a) Reiseziel und Unterkunft
Ein behindertengerechtes Reiseziel ist die Grundlage für eine entspannte Reise. Dabei sollten folgende Punkte beachtet werden

  • Barrierefreiheit der Unterkunft (u.a. Aufzüge, rollstuhlgerechte Zugänge, angepasste Badezimmer)
  • Lage (ruhig, verkehrsgünstig, Nähe zu medizinischer Versorgung)
  • Flexibilität bei Check-In-Zeiten, Mahlzeiten oder besonderen Betreuungsangeboten

    Reiseveranstalter oder Portale wie „Reisen für alle“ oder „Tourismus für Menschen mit Behinderung“ bieten geprüfte, barrierefreie Angebote.


b) Anreise
Die Wahl des Verkehrsmittels hängt von der individuellen Mobilität des Kindes ab. Viele Bahn- und Fluggesellschaften bieten spezielle Services wie:

  • Sitzplatzreservierungen für Familien mit behinderten Kindern
  • Unterstützung beim Ein- und Ausstieg
  • Mitnahme von Hilfsmitteln wie Rollstühlen oder Reha-Buggys kostenlos

 

2. Hilfsmittel, die das Reisen erleichtern


Je nach Art der Behinderung und Reiseziel können unterschiedliche Hilfsmittel sinnvoll sein:

a) Mobilität und Transport

  • Reise-Rollstuhl oder Reha-Buggy: Leicht, faltbar und für den Transport geeignet
  • Tragesysteme: Für Kleinkinder oder bei unwegsamem Gelände hilfreich
  • Mobiler Patientenlifter: Bei körperlichen Einschränkungen für Transfers notwendig
  • Autositz und Transporthilfsmittel: Spezielle Kindersitze (z.B. Reboarder, Sitzschalen)
  • Mobile Rampen, die den Ein-/Ausstieg erleichtern
  • Klapprollator oder Gehstützen: Für Kinder mit eingeschränkter Gehfähigkeit


b) Pflege und Alltag

  • Reisebett mit Seitenschutz oder ein faltbares Pflegebett
  • Aufblasbare Lagerungshilfen
  • Spezielle Toilettenhilfen, z. B. tragbare Toilettensitze oder Inkontinenzmaterial
  • Medikamenten-Organizer und Kühlbox für Medikamente, die gekühlt werden müssen
  • Hilfsmittel für Ernährung, z. B. spezielle Bestecke, Trinkbecher oder Sonden-Zubehör


c) Kommunikation und Struktur

  • Talker oder Kommunikationshilfen
  • Visualisierte Tagespläne oder Reiseroutinen für Kinder mit Autismus-Spektrum-Störungen
  • Lärmschutz-Kopfhörer für geräuschempfindliche Kinder

 

3. Was gehört ins Gepäck? – Die individuelle Packliste


Neben Kleidung und Reisedokumenten sollten Eltern Folgendes berücksichtigen:

  • Medizinisches und Pflegerisches
  • Ausreichend Medikamente + ärztliche Bescheinigungen (am besten in zwei Sprachen)
  • Notfallplan und medizinische Unterlagen
  • Krankenversicherungskarte und Auslandskrankenversicherung
  • Hilfsmittel (ggf. Zweitgerät, z. B. für Beatmungsgeräte, Akkus)
  • Praktisches für unterwegs
  • Beschäftigungsmaterial (Bücher, Tablets, sensorisches Spielzeug)
  • Lieblingssnacks, ggf. Spezialnahrung
  • Hygieneartikel (Feuchttücher, Windeln, Desinfektion)
  • Notfallkontakte und Adressen in der Nähe

 

4. Tipps für eine entspannte Reise
 

  • Realistische Erwartungen: Nicht jeder Tag muss voller Aktivitäten sein – Pausen sind wichtig.
  • Routinen beibehalten: Bekannte Strukturen geben Sicherheit.
  • Kind einbeziehen: Wenn möglich, das Kind in die Reiseplanung einbinden.
  • Selbstfürsorge der Eltern: Nur wer selbst Kraft hat, kann gut begleiten.

 

Fazit


Reisen mit einem Kind mit Behinderung ist mit etwas mehr Planung verbunden – aber definitiv möglich. Es geht darum, auf individuelle Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen und vorausschauend zu packen. Mit den passenden Hilfsmitteln, einem flexiblen Plan und einem offenen Herzen wird der Urlaub für alle Beteiligten zu einer wertvollen Zeit.


Tipps der Community

 

Für unsere Trulla nehme ich immer die Badeliege Wave mit an Bord – die ist einfach Gold wert. Einen Rausfallschutz bestelle ich vorab, das klappt problemlos. Und für Sondenspritzen & Co. gibt es spezielle Müllsäcke – die kann man ganz unkompliziert bei der Abteilung für Barrierefreiheit anmelden.
 

Wir haben bei unseren Urlauben z.b. auf Fehmarn immer den Splashy mit, nicht nur für die Dusche, sondern auch für den Strand perfekt. Natürlich ist dann noch unser Rehgabuggy dabei, mit Sonnenschutz und auch ans Rad montierbar. Wir haben den Kangoo.
 

Eure Erfahrungen können wir teilen, wir reisen mit unserem behinderten Sohn auch viel. Und es ist wunderbar!
Unser neuer Favorit, der uns wirklich fast überall begleitet: der Josi Wismi.
 

Urlaub und Reisen mit einem schwerbehinderten Kind ist eine echte Herausforderung, um so schöner sind die Erlebnisse und Erinnerungen die dabei geschaffen werden. Wir reisen mit Jannis jedes Jahr in die Berge, fehlen darf dabei auf keinen Fall unser Kangoo . ⛰️☀️🚠 Geländetauglich auf allen Wegen.

 

 

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