Das Undine-Syndrom

 

Das Undine-Syndrom, medizinisch als Kongenitales zentrales Hypoventilationssyndrom (CCHS) bezeichnet, ist eine sehr seltene, genetisch bedingte Erkrankung. Das Kernproblem liegt in einer Störung der automatischen Atemsteuerung durch das Gehirn. Vereinfacht gesagt: Betroffene „vergessen“ zu atmen, sobald sie einschlafen.

Die Ursache: Wenn der körpereigene CO₂-Alarm fehlt

Die Erkrankung basiert meist auf einer Mutation des PHOX2B-Gens. Dieses Gen ist entscheidend für die Entwicklung des vegetativen Nervensystems, welches unbewusste Funktionen wie Herzschlag und Atmung steuert.

Bei gesunden Menschen löst ein steigender CO₂-Gehalt im Blut sofort einen Atemreiz aus. Beim Undine-Syndrom bleibt dieser lebenswichtige Alarm im Gehirn aus.

Merkmale und Begleiterkrankungen

Das Undine-Syndrom zeigt sich durch spezifische Symptome, die eine ständige Wachsamkeit erfordern:

  • Atemstillstand im Schlaf: Sobald der Patient einschläft, wird die Atmung so flach oder setzt ganz aus, dass der Sauerstoffgehalt im Blut gefährlich sinkt.
  • Schwere Verlaufsformen: In extrem seltenen Fällen tritt die Atemnot auch im Wachzustand auf.
  • Vegetative Störungen: Da das gesamte autonome Nervensystem betroffen sein kann, treten oft Begleiterkrankungen wie Herzrhythmusstörungen, Schluckbeschwerden oder Darmprobleme (wie Morbus Hirschsprung) auf.

Lebensnotwendige Hilfsmittel und Medizintechnik

Dank moderner Technik können Kinder mit Undine-Syndrom heute ein weitgehend normales Leben führen. Die Versorgung mit spezialisierten Hilfsmitteln ist hierbei überlebenswichtig:

  • Heimbeatmungsgeräte: Während des Schlafs müssen Patienten lebenslang künstlich beatmet werden. Dies geschieht entweder nicht-invasiv über eine Beatmungsmaske oder invasiv über ein Tracheostoma (Luftröhrenschnitt).
  • Monitoring: Ein konsequentes Monitoring der Sauerstoffsättigung (Pulsoxymeter) und des CO₂-Gehalts ist nachts unerlässlich, um bei Atemaussetzern sofort Alarm zu schlagen.
  • Zwerchfellschrittmacher: In bestimmten Fällen kann ein implantierter Schrittmacher die Atembewegungen unterstützen und so die Mobilität erhöhen.
  • Absauggeräte: Besonders bei einer Tracheostoma-Versorgung sind mobile Absauggeräte notwendige Begleiter, um die Atemwege frei zu halten.

 

Hilfsmittel, die häufig beim Undine-Syndrom zum Einsatz kommen:

 

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Hier findet ihr weitere hilfreiche Infos rund um das Undine-Syndrom:

Undine-Syndrom e.V.