
Syringomyelie & Chiari-Malformation
Die Syringomyelie und die Chiari-Malformation sind seltene neurologische Erkrankungen, die das Rückenmark und den Übergang vom Gehirn zur Wirbelsäule betreffen. Da beide Krankheitsbilder häufig gemeinsam auftreten und den Fluss der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor) stören, erfordern sie eine spezialisierte medizinische Begleitung und eine darauf abgestimmte Hilfsmittelversorgung.
Die Krankheitsbilder im Überblick
- Chiari-Malformation (CM): Eine anatomische Fehlbildung, bei der Teile des Kleinhirns (die Kleinhirntonsillen) durch das Hinterhauptsloch in den Wirbelkanal absinken. Dies führt zu einer Einengung am Schädelausgang.
- Syringomyelie (SY): Hierbei bilden sich im Inneren des Rückenmarks längliche, flüssigkeitsgefüllte Hohlräume, sogenannte Syringen. Diese dehnen sich mit der Zeit aus und schädigen die umliegenden Nervenbahnen durch Druck.
Typische Merkmale und neurologische Symptome
Die Beschwerden sind sehr vielfältig und hängen davon ab, an welcher Stelle das Rückenmark geschädigt ist:
- Dissoziierte Sensibilitätsstörung: Ein charakteristisches Zeichen, bei dem das Empfinden für Temperatur und Schmerz (oft an Armen und Händen) verloren geht, während Berührungen weiterhin gespürt werden.
- Chronische Schmerzen: Starke Kopfschmerzen (besonders am Hinterkopf), Nackenschmerzen sowie brennende Schmerzen in den Extremitäten.
- Motorische Ausfälle: Muskelschwäche, Muskelschwund (Atrophie) – besonders an den Händen – sowie Gangunsicherheiten und Koordinationsprobleme.
- Vegetative Störungen: Probleme bei der Blasen- und Darmkontrolle sowie Schluckbeschweren oder Schwindel.
Hilfsmittel und Unterstützung im Alltag
Ziel der Hilfsmittelversorgung ist es, den Druck auf das Nervensystem zu minimieren, Schmerzen zu lindern und die Selbstständigkeit im Alltag zu erhalten:
- Lagerung & Nackenstütze: Da Druck und Fehlhaltungen die Schmerzen verstärken, sind orthopädische Nackenstützkissen und Lagerungssysteme essenziell. Sie helfen, die Halswirbelsäule nachts stabil und druckfrei zu halten.
- Mobilitätshilfen: Bei Gangstörungen oder Schwindel bieten Rollatoren oder bei fortschreitenden Lähmungen Rollstühle die notwendige Sicherheit. Eine gute Stoßdämpfung ist hierbei wichtig, um Erschütterungen der Wirbelsäule zu vermeiden.
- Alltagshilfen bei Sensibilitätsstörungen: Da Betroffene Hitze oft nicht spüren, sind Hilfsmittel wie isolierte Trinkbecher oder spezielle Schutzhandschuhe wichtig, um unbemerkte Verbrennungen im Haushalt zu vermeiden.
- Ergonomische Schreib- und Greifhilfen: Bei Kraftverlust in den Händen erleichtern Griffverdickungen für Besteck, Stifthalter oder spezialisierte Computermäuse die Teilhabe an Schule, Beruf und Alltag.
- Überwachung bei Schlafapnoe: Da eine Chiari-Malformation das Atemzentrum beeinflussen kann, geben mobile Überwachungsmonitore (Pulsoxymeter) Sicherheit bei nächtlichen Atembeschwerden.
Hilfsmittel, die häufig bei Syringomyelie & Chiari-Malformation zum Einsatz kommen:
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DSCM e.V.