
Was bedeutet ein Schlaganfall bei Kindern?
Ein Schlaganfall wird oft als reine „Alterskrankheit“ wahrgenommen, doch er kann in jedem Lebensalter auftreten – sogar bereits vor oder während der Geburt (perinataler Schlaganfall) sowie im gesamten Kindes- und Jugendalter. Da die Symptome bei Kindern oft unspezifischer sind als bei Erwachsenen, ist schnelles Handeln und eine gezielte Rehabilitation entscheidend.
Die Ursache: Verschluss oder Blutung
Man unterscheidet auch bei Kindern zwei Hauptformen:
- Ischämischer Schlaganfall: Ein Blutgefäß im Gehirn wird durch ein Gerinnsel verstopft. Ursachen sind oft angeborene Herzfehler, Gefäßveränderungen (z. B. Moyamoya-Erkrankung) oder Gerinnungsstörungen.
- Hämorrhagischer Schlaganfall: Ein Gefäß reißt und es kommt zu einer Blutung im Gehirn, oft ausgelöst durch Gefäßfehlbildungen (Aneurysmen) oder schwere Entzündungen.
Bei Kindern können die typischen Anzeichen eines Schlaganfalls variieren:
- Plötzliche Lähmungen: Eine Seite des Gesichts (hängender Mundwinkel) oder eine Körperhälfte (Arm oder Bein) lässt sich nicht mehr bewegen.
- Sprachstörungen: Das Kind lallt plötzlich, findet keine Worte mehr oder versteht Anweisungen nicht.
- Sehstörungen: Plötzlicher Sehverlust auf einem Auge oder Doppelbilder.
- Starke Kopfschmerzen: Oft kombiniert mit Erbrechen und Nackensteifigkeit (besonders bei Hirnblutungen).
- Krampfanfälle: Bei Neugeborenen sind Krampfanfälle oft das einzige deutliche Warnsignal für einen Schlaganfall.
Hilfsmittel, die häufig beim Schlaganfall zum Einsatz kommen:
Hilfsmittel und Unterstützung im Alltag
Nach einem Schlaganfall können je nach Ausprägung Bewegung, Wahrnehmung und Kommunikation beeinträchtigt sein. Eine individuell angepasste Hilfsmittelversorgung unterstützt die Entwicklung und den Alltag:
Stabilität & Positionierung: Sitzschalen, Therapiestühle oder Lagerungssysteme helfen, eine stabile Haltung zu fördern und den Körper optimal zu unterstützen.
Mobilitätshilfen: Rehabuggys, Rollstühle oder Gehhilfen ermöglichen mehr Selbstständigkeit und Sicherheit im Alltag. Stehtrainer können zusätzlich die Körperwahrnehmung fördern.
Therapie & Förderung: Therapiehilfsmittel unterstützen gezielt die motorische Entwicklung, Koordination und Wahrnehmung und helfen, verlorene Fähigkeiten wieder aufzubauen.
Unterstützte Kommunikation (UK): Bei Sprach- oder Sprechstörungen erleichtern Talker, Symbolsysteme oder Kommunikationshilfen die Verständigung.
Alltag & Sicherheit: Je nach Einschränkung können Orthesen oder Schutzmaßnahmen helfen, Bewegungen zu stabilisieren und Verletzungen vorzubeugen.
Schlaf & Entlastung: Angepasste Betten und Lagerungssysteme sorgen für mehr Komfort und unterstützen eine erholsame Nachtruhe.
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Hier findet ihr weitere hilfreiche Infos rund um Schlaganfall bei Kindern:
SCHAKI e.V.












