Hypophosphatasie (HPP)


Die Hypophosphatasie (HPP) ist eine seltene, angeborene Stoffwechselerkrankung, die den Knochenstoffwechsel betrifft. Sie wird oft als „Glasknochenkrankheit des Stoffwechsels“ bezeichnet, da die Knochen aufgrund einer Mineralisationsstörung weich und brüchig werden. Die Ausprägung der HPP ist sehr variabel und reicht von schweren Verläufen im Säuglingsalter bis hin zu milderen Formen, die erst im Erwachsenenalter diagnostiziert werden.

Die Ursache: Ein Enzymmangel mit Folgen für das Skelett

Ursache für die HPP ist eine Mutation im ALPL-Gen. Dieses Gen ist für die Produktion der Gewebe-unspezifischen alkalischen Phosphatase (TNSALP) verantwortlich. Dieses Enzym spielt eine Schlüsselrolle bei der Knochenbildung: Es sorgt dafür, dass sich Calcium und Phosphat im Knochen ablagern können (Mineralisation). Fehlt das Enzym, bleiben die Knochen weich und es sammeln sich Stoffe (wie anorganisches Pyrophosphat) an, die die Knochenhärtung zusätzlich blockieren.

Typische Merkmale und klinisches Bild

Die Symptome der HPP können fast alle Bereiche des Körpers betreffen:

  • Skelettveränderungen: Verformungen der Knochen (ähnlich wie bei Rachitis), vermehrte Knochenbrüche (Frakturen) und chronische Knochenschmerzen.
  • Frühzeitiger Zahnverlust: Ein charakteristisches Zeichen bei Kindern ist der Verlust der Milchzähne (meist inklusive Wurzel) vor dem 5. Lebensjahr.
  • Muskelschwäche & Motorik: Viele Betroffene leiden unter einer Muskelschwäche (Hypotonie) und einem watschelnden Gangbild. Die körperliche Belastbarkeit ist oft stark eingeschränkt.
  • Neurologische Symptome: Bei schweren infantilen Formen können Vitamin-B6-abhängige Krampfanfälle auftreten.
  • Nierenprobleme: Durch den gestörten Mineralstoffwechsel kann es zu Kalkablagerungen in den Nieren (Nephrokalzinose) kommen.

Hilfsmittel und Unterstützung im Alltag

Da die Knochenstabilität und die Muskelkraft bei HPP reduziert sind, zielt die Hilfsmittelversorgung auf Entlastung, Sicherheit und Mobilität ab:

  • Mobilitätshilfen: Je nach Schweregrad unterstützen Leichtgewicht-Rollstühle, Aktiv-Rollstühle oder spezielle Rollatoren die Fortbewegung, um Knochen und Gelenke zu schonen und Schmerzschübe zu vermeiden.
  • Orthopädische Technik: Maßgefertigte Orthesen können instabile Gelenke stützen und vor Knochenbrüchen schützen. Spezielle Schuheinlagen helfen, Fehlstellungen der Füße auszugleichen.
  • Schutz vor Verletzungen: Da Stürze bei HPP oft zu Brüchen führen, können Schutzhelme für Kleinkinder im Lauflernalter sinnvoll sein.
  • Ergonomische Alltagshilfen: Griffverdickungen für Besteck, ergonomische Schulsäcke und angepasste Sitzmöbel im Klassenzimmer oder am Arbeitsplatz reduzieren die körperliche Belastung.
  • Lagerung & Schlafen: Druckentlastende Matratzen und Lagerungskissen helfen, chronische Knochen- und Gelenkschmerzen während der Nachtruhe zu lindern.

 

 

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Hier findet ihr weitere hilfreiche Infos rund Hypophosphatasie (HPP):

Hypophosphatasie Deutschland e.V.