Pflegehilfsmittel für dein Kind mit Behinderung beantragen
So klappt’s Schritt für Schritt – dein How-To für den Alltag mit Pflegegrad
Wenn dein Kind aufgrund einer Behinderung Pflege braucht, weißt du: Jeder Handgriff zählt. Und manchmal erleichtern kleine Dinge den Alltag enorm – wie passende Handschuhe, ein Pflegebett oder Desinfektionsmittel griffbereit am Wickelplatz. Genau hier kommen Pflegehilfsmittel ins Spiel. Wir zeigen dir, was dir zusteht, wie du den Antrag stellst und worauf du achten solltest.
Was sind Pflegehilfsmittel überhaupt?
Pflegehilfsmittel sind Produkte oder Geräte, die die Pflege erleichtern, Beschwerden lindern oder deinem Kind helfen, möglichst selbständig zu bleiben.
Man unterscheidet zwei Arten:
- Technische Pflegehilfsmittel: z. B. Lagerungs- oder Sitzhilfen, Notrufsysteme oder spezielle Pflegebetten
- Pflegehilfsmittel zum Verbrauch: Einmalhandschuhe, Bettschutzeinlagen, Desinfektionsmittel, Schutzschürzen oder Masken
Gerade in Familien mit pflegebedürftigen Kindern sind sie echte Alltagshelden: Sie schützen dich und dein Kind, machen vieles hygienischer, bequemer und sicherer.
Wer hat Anspruch auf Pflegehilfsmittel?
Anspruch haben alle Menschen mit anerkanntem Pflegegrad (1–5), die zu Hause gepflegt werden – also auch Kinder und Jugendliche.
Das bedeutet:
✅ Dein Kind hat einen Pflegegrad.
✅ Die Pflege findet überwiegend zu Hause statt.
✅ Die Hilfsmittel sind nötig, um die Pflege zu erleichtern oder Beschwerden zu lindern.
Wichtig: Eine Behinderung allein reicht nicht – der Pflegegrad ist entscheidend.
Welche Hilfsmittel gibt es – und was übernimmt die Pflegekasse?
Technische Pflegehilfsmittel
z. B. Lagerungswürfel, Sitzhilfen, Notrufsysteme, Pflegebetten
- Kinderpflegebetten werden in der Praxis in der Regel gekauft, weil sie individuell an Größe, Sicherheit und Bedürfnisse deines Kindes angepasst werden müssen.
- Die Pflegekasse übernimmt die Kosten, du zahlst nur einen kleinen Eigenanteil von max. 25 € (10 %).
- Andere technische Hilfsmittel können je nach Kasse leihweise oder auch zum Kauf bereitgestellt werden.
Pflegehilfsmittel zum Verbrauch
z. B. Handschuhe, Bettschutzeinlagen, Desinfektionsmittel, Schutzschürzen
- Die Pflegekasse zahlt eine monatliche Pauschale von bis zu 40 €.
- Diese Pauschale deckt regelmäßig benötigte Produkte ab – ohne Eigenanteil.
Tipp: Viele Anbieter liefern Verbrauchsprodukte direkt nach Hause und rechnen automatisch mit der Pflegekasse ab.
So beantragst du Pflegehilfsmittel – Schritt für Schritt
1. Voraussetzungen checken
Hat dein Kind einen Pflegegrad? Wird es zu Hause gepflegt? Dann kannst du loslegen.
2. Bedarf aufschreiben
Überlege, was du wirklich brauchst und warum. Ein kurzer Satz reicht oft: „Mein Kind benötigt Desinfektionsmittel und Einmalhandschuhe, um Infektionen zu vermeiden.“
3. Antrag stellen
Schreibe einen formlosen Antrag an die Pflegekasse deines Kindes.
Darin sollte stehen:
- Name, Geburtsdatum, Versichertennummer
- Pflegegrad
- Liste der gewünschten Hilfsmittel
- kurze Begründung
Tipp: Viele Sanitätshäuser oder Anbieter übernehmen das für dich – du unterschreibst nur.
4. Auf Antwort warten
Die Pflegekasse muss innerhalb von drei Wochen reagieren (in Ausnahmefällen bis zu fünf Wochen).
5. Hilfsmittel nutzen
Nach der Bewilligung kannst du die Hilfsmittel:
- bei Verbrauchsartikeln selbst kaufen und Belege einreichen,
- bei Kinderpflegebetten oder anderen technischen Hilfsmitteln das individuell angepasste Gerät beziehen.
6. Regelmäßig prüfen
Die Bedürfnisse deines Kindes können sich ändern. Prüfe regelmäßig, ob die Hilfsmittel noch passen, und stelle bei Bedarf einen neuen Antrag.
Was ist, wenn die Pflegekasse ablehnt?
Nicht entmutigen lassen! Du kannst Widerspruch einlegen. Oft reicht eine ergänzende Begründung vom Arzt, einer Therapeutin oder einer Pflegefachkraft. Viele Eltern bekommen nach dem Widerspruch doch noch eine Zusage.
Warum sich der Antrag lohnt
Pflegehilfsmittel sind keine Extra-Leistung – sie sind gesetzlich garantiert.
Sie:
- erleichtern den Alltag,
- schützen dich und dein Kind,
- schenken dir und deiner Familie mehr Energie und Zeit für das, was wirklich zählt.
Tipp aus der FiNiFuchs-Community
Viele Familien berichten, dass die 42 €-Pauschale für Verbrauchsartikel eine echte Entlastung ist. Einmal beantragt, kommt jeden Monat automatisch das Hilfsmittel-Paket ins Haus – ganz ohne Stress.
Wenn du magst, tausch dich in unserer FiNiFuchs-Community mit anderen Eltern aus:
Welche Hilfsmittel nutzt ihr?
Welche Erfahrungen habt ihr mit der Pflegekasse gemacht?
Denn gemeinsam geht’s leichter. ❤️