Tierische Unterstützung

Wie Kinder mit Behinderung von Tieren profitieren, sowohl im Alltag als auch im Rahmen tiergestützter Therapien.
 

Tiere können ein Kind mit Behinderung und deren Familie auf vielfältige Weise im Alltag unterstützen und haben zudem eine bedeutende therapeutische Wirkung. Hier sind einige Aspekte, wie Tiere helfen können:

1. Emotionale Unterstützung
Bedingungslose Liebe: Tiere bieten eine Quelle der bedingungslosen Liebe und Akzeptanz, was das emotionale Wohlbefinden von Kindern stärkt.
Stressreduktion: Der Kontakt zu Tieren kann Ängste und Stress reduzieren, was besonders für Kinder mit emotionalen oder psychischen Herausforderungen wichtig ist.

2. Soziale Interaktion
Förderung von Freundschaften: Tiere können als Eisbrecher fungieren und helfen, soziale Interaktionen zu fördern. Kinder können durch ihre Tiere leichter mit anderen Kindern in Kontakt treten.
Gemeinsame Aktivitäten: Das Spielen mit oder die Pflege von Tieren kann Gelegenheiten für soziale Interaktionen schaffen, die das Gemeinschaftsgefühl stärken.

3. Verbesserung der motorischen Fähigkeiten
Fein- und Grobmotorik: Die Interaktion mit Tieren, wie das Füttern, Streicheln oder Spielen, fördert die motorischen Fähigkeiten. Diese Aktivitäten erfordern Bewegungen, die die Koordination und Geschicklichkeit trainieren.
Aktivitätsförderung: Tiere, insbesondere Hunde, motivieren Kinder zu mehr Bewegung, was die körperliche Fitness und Mobilität verbessert.

4. Therapeutische Effekte
Tiergestützte Therapie: Die Arbeit mit Tieren kann in therapeutischen Kontexten eingesetzt werden, um spezifische Fähigkeiten zu fördern, wie z.B. die Sprachentwicklung bei Kindern mit Sprachstörungen oder die emotionale Regulation bei Kindern mit Autismus.
Stressbewältigung: Tiere können helfen, Emotionen zu regulieren und den Umgang mit Stress zu erlernen.

5. Förderung von Verantwortungsbewusstsein
Verantwortung übernehmen: Die Pflege eines Tieres lehrt Kinder Verantwortung und Fürsorge. Sie lernen, dass ihre Handlungen direkte Auswirkungen auf das Wohlbefinden des Tieres haben.
Selbstwertgefühl: Die Verantwortung für ein Tier kann das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl stärken, da Kinder Erfolge in der Pflege und im Umgang mit dem Tier erleben.

6. Verbesserung der Kommunikationsfähigkeiten
Nonverbale Kommunikation: Der Umgang mit Tieren fördert die nonverbale Kommunikation und kann Kindern helfen, ihre eigenen Kommunikationsfähigkeiten zu verbessern.
Sprachförderung: Kinder, die Schwierigkeiten mit der verbalen Kommunikation haben, können durch die Interaktion mit Tieren ermutigt werden, ihre Sprache zu entwickeln und zu nutzen.

7. Förderung der Empathie
Einfühlungsvermögen entwickeln: Der Umgang mit Tieren lehrt Kinder, Empathie zu empfinden und die Bedürfnisse anderer Lebewesen zu verstehen. Dies kann sich positiv auf ihre zwischenmenschlichen Beziehungen auswirken.

8. Spaß und Freude
Spiel und Freude: Tiere bringen Freude und Spaß in den Alltag. Die Interaktion mit Tieren kann eine Quelle der Freude und des Spiels sein, was für die allgemeine Entwicklung und das Wohlbefinden von Kindern wichtig ist.

 

Tiere, insbesondere speziell ausgebildete Hunde, können auch eine wertvolle Unterstützung für Kinder mit Epilepsie bieten. Hier sind einige Möglichkeiten, wie Tiere in diesem Zusammenhang eingesetzt werden können: 

 

1. Frühwarnsystem 

Anzeichen von Anfällen erkennen: Epilepsie-Hunde können darauf trainiert werden, Anzeichen eines bevorstehenden Anfalls zu erkennen, oft bevor die betroffene Person selbst es merkt. Sie können Veränderungen im Verhalten, in der Körperchemie oder in der Atmung wahrnehmen und so rechtzeitig Alarm schlagen. 
 

2. Sicherheit während eines Anfalls

- Schutz bieten: Während eines Anfalls kann ein Hund dazu beitragen, die betroffene Person zu schützen, indem er sie sanft an einen sicheren Ort führt oder sie vor Verletzungen bewahrt, indem er sich zwischen die Person und harte Oberflächen legt.
- Rettungsdienst alarmieren: Einige Hunde sind darauf trainiert, Hilfe zu holen, indem sie einen Angehörigen oder einen Nachbarn alarmieren, wenn ein Anfall auftritt. 
 

3. Emotionale Unterstützung

- Reduzierung von Angst und Stress: Der Kontakt zu einem Hund kann helfen, Ängste und Stress zu reduzieren, die mit der Epilepsie verbunden sind. Die Anwesenheit eines Tieres kann beruhigend wirken und das emotionale Wohlbefinden fördern.
- Gesellschaft leisten: Hunde bieten bedingungslose Liebe und Unterstützung, was das Gefühl der Isolation verringern kann, das viele Kinder mit chronischen Erkrankungen empfinden. 
 

4. Förderung der Selbstständigkeit

- Erhöhung des Selbstbewusstseins: Die Unterstützung durch einen Hund kann das Selbstbewusstsein und die Unabhängigkeit des Kindes stärken. Sie können sich sicherer fühlen, wenn sie wissen, dass ihr Hund sie unterstützt. 


5. Training und Anpassung

- Individuelle Anpassung: Epilepsie-Hunde können individuell trainiert werden, um auf die spezifischen Bedürfnisse und Anforderungen des Kindes einzugehen. Dies kann die Art und Weise umfassen, wie sie auf Anfälle reagieren oder wie sie im Alltag unterstützen.

 


Aus der Community


Wir haben mit unserem Sohn im Alter von 5 Jahren mit der tiergestützten Ergotherapie begonnen und sind glücklich, ihm diese Chance auf Entwicklung und Teilhabe ermöglichen zu können. Neben kognitiven und motorischen Verbesserungen ist es für uns einfach wunderschön zu sehen, wie viel Spaß er im Umgang mit Hunden, Pferden und Kaninchen hat. Die 60 Minuten gehen immer viel zu schnell vorbei.

 

Wir haben einen kleinen Familienhund. Der Unterschied wie der Hund zwischen unseren beiden Kids entscheidet ist total verrückt. Unsere Tochter (5 Jahre und Gesund) ist mit unserem Hund aufgewachsen, hat aber gar nicht so die große Bindung. Unser Sohn (2 Jahre und Schwerbehindert), liebt unseren Hund. Happy liegt überall wo der kleine liegt. Wenn er sie durch unkontrollierte Bewegungen tritt oder ins Fell greift, bleibt sie liegen. Unser Sohn darf gefühlt alles und er strahlt jedes mal so wenn er sie, durch ihr dunkles Fell, wahrnimmt ?

 

Wir haben eine Mischlingshündin namens Bailey. Allein ihre Anwesenheit beruhigt unsere Tochter und sie sucht den Kontakt mit ihr und will sie streicheln. Eine win-win-Situation ?


Wir haben 2 Kater und der eine, "Tiger" kuschelt sich bei Unruhe an Bubi ran und beruhigt ihn dann, manchmal, wenn wir genau darauf achten, wird er kurz vor einem kramfpanfall von Bubi sehr sehr unruhig, als würde er spüren, dass da irgendwas nicht stimmt ??

Wir nutzen die tierische Unterstützung bei der Ergo Therapie auf dem wunderbaren Stukehof. Mino darf hier einmal die Woche reiten, das bringt soviel für seine Aufrichtung. Schön ist auch das strahlen in seinem Gesicht wenn er seinen tierischen Kumpel sieht ?


Ich habe Meerschweinchen, ein Pferd (nicht zuhause natürlich ?) und gehe zur tiergestützten Ergo.
Tiere beruhigen, geben Wärme und haben keine sozialen Normen oder Vorurteile.


Ich bekomme tierische Unterstützung von meiner Isländerstute die steht im Stall und die hilft mir besonders als Therapiepferd und einfach wenn’s mir nicht so gut geht zum kuscheln. Ich glaub ohne ihr würde ich das ganze nicht so gut schaffen weil sie einen auch völlig wertfrei annimmt und dann damit das Gefühl zu geben gibt auch „normal zu sein“.

 

Wir haben einen stattlichen Maine-Coon-Kater, der gerne die Rolle einer Gewichtsdecke übernimmt. Anna liebt es, ihm beim Spielen und Toben zuzusehen; er duldet auch alle Streicheleinheiten. Diese können manchmal etwas kräftiger ausfallen, da Anna aufgrund ihres Rett-Syndroms Schwierigkeiten hat, ihren Krafteinsatz zu dosieren.

 

 

Feedback