
Externer Support
Möglichkeiten der Gestaltung des Familienalltags mit externer Unterstützung
Der Alltag in Familien mit einem oder mehreren Kindern, bei denen ein Kind eine Behinderung hat, ist oft herausfordernd und erfordert eine hohe Flexibilität und Unterstützung. Dabei kann externe Hilfe einen entscheidenden Unterschied machen, um die Familie zu entlasten und das Wohlbefinden aller Familienmitglieder zu fördern. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Familien Unterstützung erhalten können, um den Alltag besser zu bewältigen.
1. Au Pair als Unterstützung im Haushalt und bei der Kinderbetreuung
Ein Au Pair kann eine wertvolle Hilfe im Familienalltag sein. Diese junge Person lebt für einen bestimmten Zeitraum bei der Familie und unterstützt sie vor allem bei der Kinderbetreuung und im Haushalt. Besonders in Familien mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen kann ein Au Pair entlasten, indem es einfache Aufgaben übernimmt, so dass die Eltern mehr Zeit für die individuellen Anforderungen des Kindes haben. Die Möglichkeit, die Kinderbetreuung flexibel zu gestalten, ist besonders für Eltern hilfreich, die manchmal zusätzliche Zeit oder Ruhe benötigen, um sich anderen Aufgaben zu widmen.
2. Unterstützung durch Freunde und Familie
Manchmal kann schon das Netzwerk aus Freunden und Familie einen entscheidenden Beitrag zur Entlastung der Eltern leisten. Besuche, regelmäßige Unterstützung im Alltag oder Übernachtungsangebote für die Kinder können dabei helfen, dass die Eltern durchatmen können. Besonders in schwierigen Zeiten ist es hilfreich, auf vertraute Personen zurückgreifen zu können. Diese Form der Unterstützung ist oft besonders wertvoll, da sie auf Vertrauen basiert und die familiäre Bindung stärkt.
3. Kinder-Intensivpflegedienste
Für Familien, die eine intensivere Betreuung benötigen, gibt es spezialisierte Kinder-Intensivpflegedienste. Diese Pflegedienste bieten hochqualifizierte Pflegekräfte, die bei der täglichen Versorgung des Kindes mit besonderen Bedürfnissen unterstützen. Sie übernehmen Aufgaben wie medizinische Betreuung, Unterstützung bei der Mobilität, Hilfestellung bei der Körperpflege und vieles mehr. Dieser professionelle Support kann Familien enorm entlasten und den Eltern ermöglichen, sich auf ihre eigenen Bedürfnisse zu konzentrieren.
4. Kurzurlaub in der Kurzzeitpflege
Eltern, die rund um die Uhr für ein Kind mit besonderen Bedürfnissen sorgen, sind oft emotional und körperlich erschöpft. In solchen Fällen kann ein Kurzurlaub in der Kurzzeitpflege eine wertvolle Möglichkeit zur Erholung darstellen. Kurzzeitpflegeeinrichtungen bieten Eltern die Möglichkeit, sich eine Auszeit zu nehmen, während das Kind in einer sicheren und spezialisierten Einrichtung betreut wird. Dies kann besonders für Eltern hilfreich sein, die ihre eigenen Ressourcen auffüllen möchten, ohne sich Sorgen um die Betreuung des Kindes machen zu müssen.
5. Tagespflegeeinrichtungen und spezialisierte Betreuungsdienste
Neben der Kurzzeitpflege gibt es auch die Möglichkeit, für den Alltag spezialisierte Tagespflegeeinrichtungen oder Betreuungsdienste in Anspruch zu nehmen. Diese bieten oft auch die Betreuung für Kinder mit besonderen Bedürfnissen an, sodass Eltern während der Arbeitszeit oder in anderen Lebensbereichen Unterstützung erhalten können. Tagespflegeeinrichtungen schaffen ein strukturiertes Umfeld, in dem das Kind sinnvoll gefördert wird, während die Eltern ihre eigenen Verpflichtungen und Aufgaben bewältigen können.
6. Haushaltshilfe oder Reinigungskräfte
Neben der Kinderbetreuung kann auch Unterstützung im Haushalt eine große Entlastung bringen. Eine Haushaltshilfe oder Reinigungskraft kann einfache, aber zeitraubende Aufgaben übernehmen, wie zum Beispiel Putzen, Einkaufen oder Kochen. Dies verschafft den Eltern mehr Freiraum, sich auf die wichtigen Bedürfnisse ihrer Kinder zu konzentrieren. Gerade in Familien mit besonderen Anforderungen kann eine solche Hilfe einen erheblichen Unterschied machen.
Erfahrungen aus der Community
Reinigungskraft, Pflegedienst, Ehrenamtliche, Babysittertin
Wir haben eine Reinigungskraft über die Umwidmung des Pflegegeldes, einen Pflegedienst für die Nacht, eine Ehrenamtliche vom ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst und eine Babysitterin. Leider gibt es kaum bis keine Unterstützung von der Familie.
Großeltern
Bisher erhalten wir Unterstützung „nur“ über die Großeltern, nicht professionell durch eine heilpädagogische Kraft. Aber sie entlasten uns enorm, indem sie unseren Sohn einmal wöchentlich nach der KiTa übernehmen. So haben wir zwei Nachmittage (plus oft am Wochenende) für uns, um unsere Akkus aufzuladen. Sogar eine Therapiebegleitung wird einmal wöchentlich von einer Oma komplett übernommen. Wir haben wirklich wahnsinniges Glück!
Pädagogische Kraft
Wir leben in Dänemark. Hier kommt, wenn ich möchte, zweimal die Woche (kann auch öfter werden) eine pädagogische Kraft, die sich 2-3 Stunden mit unserer Tochter beschäftigt. Fast alle Therapien finden in der Schule statt – Logo, Ergo usw., was eine riesige Entlastung für uns ist. Einzig zum therapeutischen Reiten begleite ich sie einmal die Woche in den Nachmittagsstunden.
Liebe Grüße aus Ærø!
Familie
Wir werden von den Großeltern sowie der Patentante und dem Onkel unserer kleinen Maus großartig unterstützt. Mal übernehmen sie den Haushalt, mal gehen sie mit ihr 2 Stunden spazieren oder kochen das Essen. Diese Unterstützung ist wirklich unbezahlbar. Mittlerweile kann die Oma die Kleine sogar ins Bett bringen, was uns kürzlich unseren ersten Abend als Paar seit ihrer Geburt (19 Monate) ermöglicht hat.
Familie, Rentnerin, Tagespflege
Familie: Die ältere Schwester und ihr Freund helfen uns regelmäßig.
Eine Rentnerin, die C. sehr mag, wenige Häuser weiter wohnt und bei jedem Notfall versucht einzuspringen. Sie kümmert sich auch planmäßig, wenn ich Termine habe oder allein in den Urlaub oder auf Dienstreisen fahre.
Tagespflege mit heilpädagogischer Förderung.
Das gibt uns wirklich viel Entlastung!
Kinderintensivpflegedienst
Unser Sohn wird in der Woche von Kinderkrankenschwestern eines Kinderintensivpflegedienstes in seinem Alltag begleitet, betreut und gepflegt. Das umfasst die Begleitung in die Schule ebenso wie zu Therapien. Aber auch wenn er krank ist und die Schule nicht besuchen kann, sind die Pflegefachkräfte bei uns im häuslichen Umfeld und unterstützen.
Kinderhospiz
Wir nutzen die Kurzzeitpflege in einem Kinderhospiz bei uns in der Nähe. Hier könnte unser Sohn bis zu 28 Tage im Jahr Urlaub machen. Für uns bedeuten diese Auszeiten Kraft sammeln, uns um die Geschwisterkinder kümmern, Kurztrips machen, die mit unserem Sohn wesentlich aufwändiger, beziehungsweise schlichtweg nicht möglich wären.
Verhinderungspflege, Familie, Familienherberge Lebensweg
Wir haben das Glück tolle Omas, Opas, Tanten und Onkels zu haben, die sich gerne um unsere Tochter und ihre Brüder kümmern, um ein bisschen Me-Time, Geschwister-Zeit oder Paar-Zeit zu haben. Ausserdem haben wir zwei tolle junge Nachbarinnen, die unsere Tochter über die Verhinderungspflege stundenweise betreuen.
Ein Mal im Jahr machen wir Urlaub in der Familienherberge Lebensweg, um unsere Akkus wieder aufzuladen.