
Klinikzeit mit Plan und Kuscheltier
So gelingt der Aufenthalt mit deinem Kind
Ein Klinikaufenthalt mit einem Kind ist nie ein Spaziergang – und mit einem Kind mit Behinderung bringt er oft noch ein paar Extrakurven mit sich. Zwischen Papierkram, Pflegepersonal, Mahlzeiten und nächtlichen Checks bleibt wenig Raum für Durchatmen.
Aber: Mit etwas Vorbereitung, kleinen Helferlein und der richtigen Haltung kann die Klinikzeit nicht nur stressärmer, sondern manchmal sogar richtig schön werden.
Vorbereitung ist die halbe Erholung
„Beim ersten Mal habe ich einfach alles eingepackt, was nicht festgeschraubt war – beim zweiten Mal hatte ich eine gute Liste. Das war Gold wert.“
Tipp aus der Community: Schreib dir frühzeitig auf, was ihr wirklich braucht. Neben Kleidung, Medikamenten und Lieblingskuscheltier sind auch Hilfsmittel wichtig – z. B. Sitzschale, Spezialbesteck oder Lagerungskissen. Die eigenen Sachen sind oft besser angepasst als das Klinik-Inventar.
Frag am besten vorab nach, welche Ausstattung vorhanden ist und ob eigene Geräte (z. B. Absaugung, Rollstuhl, Reha-Buggy) mitgebracht oder gestellt werden können.
Und denk an dich: Lieblingskaffee, Kopfhörer, Ladekabel, Snacks. Kleine Dinge, große Wirkung.
Klinikkoller? Keine Chance!
Lange Tage, kleine Zimmer, viel Warten – das schlaucht. Damit der Klinikalltag nicht zur Geduldsprobe wird, hilft eine Portion Struktur: kleine Rituale, Lieblingslieder, Bastelaktionen oder Hörspiele.
Auch Bewegung ist wichtig: kurze Spaziergänge auf dem Flur, Runden im Klinikgarten oder kleine „Abenteuer mit dem Rolli“.
Tipp aus der Community: „Wir haben uns jeden Abend einen ‚Mutmoment‘ überlegt – etwas, das am Tag gut war. Das hat uns beide runtergebracht.“
Und vergiss dich selbst nicht: eine Tasse Kaffee im Klinikcafé, ein paar Minuten frische Luft oder ein nettes Gespräch mit anderen Eltern. Mini-Pausen geben Energie für Maxi-Tage.
Essen? Mach’s euch lecker!
Klinikessen – sagen wir’s so: Es gibt bessere kulinarische Highlights. Wenn dein Kind bestimmte Konsistenzen, Diäten oder Lieblingsgerichte braucht, sprich das vorher mit der Küche oder Diätassistenz ab. Viele Kliniken sind inzwischen erstaunlich flexibel.
Tipp aus der Community: „Wir hatten immer unseren Lieblingskakao dabei – das war unser Stück Zuhause im Krankenhaus.“
Wenn gar nichts geht, helfen kleine Extras: Lieblingsgewürze, Soßen oder bunte Servietten. Und für die Elternküche? Eine Mini-Kühlbox oder ein Wasserkocher sind echte Gamechanger.
Kommunikation ist Gold
Sprich mit Pflegerinnen, Ärztinnen und Therapeutinnen offen über die Bedürfnisse deines Kindes. Du bist Expertin für euren Alltag – sie sind es für die Klinik. Zusammen funktioniert’s am besten.
Tipp aus der Community: „Ein kurzer Steckbrief mit den wichtigsten Infos über mein Kind hat vieles erleichtert – was es mag, wie es kommuniziert, was gar nicht geht.“
Ein laminiertes Blatt über dem Bett oder in der Akte kann helfen, Missverständnisse zu vermeiden – gerade bei Schichtwechseln.
Kleine Gesten, große Wirkung
Wenn der Aufenthalt vorbei ist, bleibt oft ein dankbares Gefühl für die Menschen, die euch begleitet haben. Ein gemaltes Bild, eine Karte oder ein kleines Dankeschön zeigen Wertschätzung – und machen oft auch anderen Eltern Mut.
Tipp aus der Community: „Am Entlasstag haben wir zusammen mit dem Pflegeteam Pizza bestellt – das war der schönste Abschluss, den man sich wünschen kann.“
Und für dich selbst? Ein Moment zum Durchatmen. Du hast das geschafft. Wieder einmal.
Fazit
Ein Klinikaufenthalt ist nie ganz planbar, aber mit guter Vorbereitung, Humor und Herz kann er zu einer Erfahrung werden, die euch stärkt – als Team.
Und wer weiß: Vielleicht ist es gar nicht der „Klinikkoller“, an den du dich erinnerst, sondern das Lachen deines Kindes, als die Pflegerin mit dem Einhorn-Pflaster kam.
Checkliste: Unsere Top 5 fürs Klinikgepäck
- Eigene Hilfsmittel: Was das Kind kennt, gibt Sicherheit.
- Wohlfühl-Paket: Kuscheltier, Decke, vertrauter Duft oder Musik.
- Snacks & Lieblingsgetränke: Kleine Portion Heimat.
- Steckbrief vom Kind: Kurz, klar, hilfreich für das Team.
- Eltern-Energie: Kaffee, Powerbank, Kopfhörer, Notizbuch.
Tipps aus der Community
Wir haben bisher selten geplante Klinikaufenthalte gehabt. Aber Spielzeug mitnehmen und die Tonie Box war bei uns Gold wert, genauso wie das Kennenlernen von anderen netten Kindern und Eltern.
Wir waren zum Glück erst im letzten Jahr das erste Mal stationär in einer Klinik zur Therapie. Für uns war es wichtig, die Tonie Box und Spielzeug dabei zu haben und auf nette Kontakte zu treffen. Diese Woche sind wir in einem regulärem Krankenhaus zur Diagnostik und ich bin gespannt, wie sie dort mit einem Kind mit Beeinträchtigung umgehen werden.
Bei uns waren es immer Medikamente und Tablets, die wir unbedingt dabei haben mussten.