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Kommunikation mit einem Kind mit Behinderung – unterstützende Hilfsmittel
Die Kommunikation ist ein grundlegender Bestandteil unseres Zusammenlebens und ermöglicht es uns, Gefühle, Bedürfnisse und Gedanken auszutauschen. Bei Kindern mit Behinderung kann die Kommunikation jedoch eine besondere Herausforderung darstellen. Doch es gibt vielfältige Möglichkeiten und Hilfsmittel, um die Verständigung zu erleichtern und eine liebevolle Verbindung aufzubauen.
Verschiedene Formen der Kommunikation
- Verbale Kommunikation: Wenn das Kind sprechen kann, ist der Austausch über Worte die natürlichste Form. Doch bei manchen Kindern mit Behinderung ist die Sprachentwicklung eingeschränkt oder nicht möglich.
- Nonverbale Kommunikation: Hierbei werden Gesten, Mimik, Blickkontakt oder Körperhaltung genutzt, um Botschaften zu vermitteln. Zum Beispiel kann ein Lächeln Freude ausdrücken, während ein Kopfschütteln Ablehnung signalisiert.
- Bild- und Symbolkommunikation: Bilder, Symbole oder Piktogramme helfen Kindern, ihre Wünsche und Bedürfnisse zu äußern. Diese Methode ist besonders bei Kindern geeignet, die noch keine oder nur eingeschränkte verbale Fähigkeiten haben.
Gebärdensprache: Die Gebärdensprache ist eine visuelle Sprache, die durch Handzeichen kommuniziert. Sie kann eine wertvolle Unterstützung sein, um die Verständigung zu verbessern.
Unterstützende Hilfsmittel für die Kommunikation
Die richtige Auswahl und Anwendung von Hilfsmitteln kann die Kommunikation erheblich erleichtern und das Kind in seiner Selbstständigkeit und seinem Ausdrucksvermögen stärken. Hier sind einige Hilfsmittel im Detail:
- Kommunikationstafeln und -bücher
Diese sind meist aus stabilem Material gefertigt und enthalten Bilder, Symbole oder Wörter, die das Kind auswählen kann, um seine Bedürfnisse oder Wünsche auszudrücken. Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen, z.B. als einfache Karten oder als umfangreiche Bücher. Sie sind besonders geeignet für Kinder, die noch keine oder nur eingeschränkte verbale Fähigkeiten haben.
Vorteile:
Visuelle Unterstützung erleichtert das Verständnis
Einfach in der Handhabung
Kann individuell angepasst werden, z.B. mit Lieblingsmotiven des Kindes - Elektronische Kommunikationshilfen (E-Tools)
Hierbei handelt es sich um digitale Geräte, meist Tablets oder spezielle Kommunikationsgeräte, die mit Apps oder Programmen ausgestattet sind, um die Verständigung zu unterstützen. Das Kind kann durch Antippen von Symbolen, Bildern oder Texten seine Botschaften formulieren.
Vorteile:
Vielseitig und anpassbar an die Bedürfnisse des Kindes
Ermöglichen komplexe Äußerungen und längere Sätze
Bieten oft zusätzliche Funktionen wie Sprachausgabe, Animationen oder personalisierte Symbole - Piktogramme und visuelle Unterstützung (z.B. PECS)
Das Picture Exchange Communication System (PECS) ist ein bewährtes System, bei dem das Kind Bilder oder Symbole austauscht, um eine Botschaft zu übermitteln. Es wird häufig in Form von Karten oder kleinen Tafeln genutzt.
Vorteile:
Fördert die Selbstständigkeit beim Kommunizieren
Unterstützt den Erwerb von Sprachfähigkeiten
Einfach in verschiedenen Umgebungen einsetzbar - Gebärdensprach-Apps und -Videos
Digitale Medien, die Gebärden visuell erklären, können das Erlernen der Gebärdensprache erleichtern. Sie sind besonders hilfreich, wenn das Kind bereits Gebärden kennt oder diese erlernen möchte.
Vorteile:
Flexibel und jederzeit zugänglich
Unterstützt das Lernen durch visuelle Demonstrationen
Kann in Kombination mit anderen Hilfsmitteln genutzt werden - Augmentative und alternative Kommunikationsgeräte (AAC)
Hierbei handelt es sich um spezielle technische Geräte, die die Kommunikation ergänzen oder ersetzen. Sie sind oft individuell programmiert und auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmt.
Vorteile:
Ermöglichen eine eigenständige Kommunikation auch bei schwerer Beeinträchtigung
Können mit Sprachsynthese ausgestattet sein, um gesprochene Sprache zu erzeugen
Unterstützen die soziale Integration und das Selbstbewusstsein
Jede Form der Kommunikation ist einzigartig und sollte individuell auf das Kind abgestimmt werden. Geduld, Einfühlungsvermögen und die Nutzung geeigneter Hilfsmittel sind entscheidend, um eine erfolgreiche Verständigung zu ermöglichen. So können Kinder mit Behinderung ihre Welt besser erkunden und sich verstanden fühlen – ein wichtiger Schritt zu mehr Selbstbestimmung und Lebensqualität.
Die Auswahl der passenden Hilfsmittel hängt vom individuellen Entwicklungsstand, den Fähigkeiten und den Vorlieben des Kindes ab. Eine enge Zusammenarbeit mit Therapeuten, Logopäden und Eltern ist wichtig, um die besten Lösungen zu finden und das Kind bestmöglich zu unterstützen.
Tipps aus der Community:
Unser Sohn spricht nicht mit Lautsprache aber er spricht. Anfangs mit Fotos: Flasche, Keks, Lieblingsspielzeug. Später mit Metacom-Symbolen. Das kam nicht von allein es war viel vormachen, zeigen, vorleben. Jetzt nutzen wir auch einen Talker. Besonders bei Dingen, die er liebt, klappt es richtig gut: Wenn er an seiner Matschküche steht, drückt er stolz „Wasser rein“, „Schaum“, „Erde“. Er gestaltet mit. Er wird verstanden. Wir gebärden zusätzlich Fokuswörter Milan gebärdet selbst nicht, aber er versteht durch die Gebärden viel besser, was gemeint ist. „Noch mal“ zeigt er z. B., indem er meine Hand nimmt. Unsere Kommunikation ist multimodal: Symbole, Talker, Gebärden, Blicke, Körper. Und genau das macht sie so lebendig. Für diesen Weg habe ich mir bewusst eine Logopädin gesucht, die sich mit UK auskennt – dafür fahre ich jede Woche 45 Minuten. Denn Kommunikation ist für uns nicht „Später mal“. Sie ist jetzt.
