Fahrzeuganpassungen
Möglichkeiten des behindertengerechten Fahrzeugumbaus
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um ein Fahrzeug entsprechend den Bedürfnissen des Kindes und des Fahrzeugtyps Rollstuhlgerecht umzubauen:
- Rollstuhlrampe oder Lift: Um das im Rollstuhl sitzende Kind sicher ins Fahrzeug zu transportieren, kann eine Rampe oder ein Lift installiert werden. Eine manuell oder elektrisch betriebene Rampe ermöglicht es, den Rollstuhl direkt ins Fahrzeug zu schieben, während ein Lift den Rollstuhl mithilfe einer Plattform ins Fahrzeug hebt. Der Lift kann entweder an der Seite oder am Heck des Fahrzeugs montiert werden.
- Sicherheitsvorrichtungen und Anschnallsysteme: Der Umbau umfasst auch die Installation spezieller Sicherheitsgurte und Haltevorrichtungen, die das Kind im Rollstuhl während der Fahrt sicher fixieren. Dies stellt sicher, dass das Kind sicher und stabil im Fahrzeug bleibt, auch bei Bremsungen oder Kurvenfahrten.
- Innenraumanpassungen: In vielen Fällen wird der Innenraum des Fahrzeugs angepasst, um ausreichend Platz für den Rollstuhl und das Kind zu ermöglichen. Dazu gehört das Anpassen der Sitze oder das Entfernen von nicht benötigten Teilen sowie die Anpassung der Deckenhöhe, um den Rollstuhl optimal zu positionieren. Auch spezielle Sitze oder zusätzliche Polsterungen können für den Komfort des Kindes eingebaut werden.
Ablauf:
Ein KFZ-Umbau für den Rollstuhltransport eines Kindes erfolgt in mehreren Schritten:
- Beratung und Bedarfsanalyse: Zunächst wird in einem Gespräch mit einem Autoumrüster ermittelt, welche Umbauten für das Fahrzeug notwendig sind, um das Kind sicher und komfortabel im Rollstuhl zu transportieren.
- Planung und Angebot: Basierend auf den Anforderungen wird ein Umbauplan erstellt, der die Auswahl der passenden Rampen, Lifte und Sicherheitsvorrichtungen umfasst. Ein Kostenvoranschlag und Zeitrahmen werden festgelegt.
- Auswahl und Bestellung: Die benötigten Komponenten wie Rampen, Lifte und Sicherheitsgurte werden ausgewählt und bestellt. Möglicherweise wird der Innenraum des Fahrzeugs angepasst, um Platz für den Rollstuhl zu schaffen.
- Umbauarbeiten: Die Rampe oder der Lift wird eingebaut, Sicherheitsgurte und Haltevorrichtungen installiert und der Innenraum entsprechend angepasst.
- Test und Übergabe: Nach dem Umbau erfolgt ein Funktionstest, gefolgt von einer Einweisung in die Nutzung. Das Fahrzeug wird anschließend an die Familie übergeben.
- Nachbetreuung: Einige Anbieter bieten Wartungsdienste und Support, um die langfristige Sicherheit und Funktionsfähigkeit des Umbaus zu gewährleisten.
Berichte aus der Community:
Rampe
Wir haben einen Mercedes Citan umbauen lassen: Rückbank entfernt, dafür zwei Einzelsitze hinten eingebaut und eine Rampe installiert. Alles wurde von der Firma AMF erledigt, und die Eingliederungshilfe hat die Kosten übernommen.
Auffahrrampe
Absolut minimalistisch, mit Auffahrrampen, Rasterschienen und Zurrpunkten. Wir nutzen es nicht so häufig, da meine ältere Schwester die Rollstuhlfahrerin ist und wir sie nicht so oft zu Besuch haben. Der Umbau hat damals nur 1.800 € gekostet. Das Teuerste war jedoch die Hardware, sprich die Gurte und ähnliches.
Unsere Tochter sitzt noch nicht im Rollstuhl; das wird später der Fall sein. Wir werden aber versuchen, sie so lange wie möglich in ihrem Autositz zu transportieren.
Freunde von uns stehen vor dem Problem, dass sie bald zwei Rollstuhlkinder haben werden, plus ein gesundes Kind, 2 Erwachsene und einen Hund. Falls ihr dafür einen guten Vorschlag habt, wäre das super. Es ist leider gepaart mit nicht allzu großen finanziellen Mitteln.
Seitenlift
Wir haben einen Seitenlift von AMF Bruns in einem VW T6 Multivan. Wir nutzen einen K90 Aktiv, der war extrem schmal, wird aber, glaube ich, zumindest nicht mehr produziert.
Einarm-Lift A255
Wir haben im Herbst letzten Jahres unsere Mercedes V-Klasse umbauen lassen. Der Umbau umfasst einen elektrischen Rollstuhllift mit einem Arm und einem Kraftknotensystem im Inneren des Fahrzeugs. Meine Tochter bleibt dabei im Rollstuhl sitzen und wird an den Kraftknoten im Auto befestigt. Das erleichtert uns den Alltag erheblich, da das Umsetzen entfällt und auch das Heben des schweren Rollstuhls nicht mehr notwendig ist. Durch den E-Fix-Antrieb ist der Rollstuhl um 18 kg schwerer geworden. Der Lift ist ein Einarm-Lift A255 der italienischen Firma Mariani.
Schienensystem smartfloor Systemboden
Unser Auto wird jetzt im Januar/Februar umgebaut. Wir haben einen Renault Trafic in der langen Version. Es wird ein Schienensystem im hinteren Bereich eingebaut, sodass die Sitze flexibel montierbar sind und auch ein E-Rolli fixiert werden kann. Zudem erhalten wir eine mobile Rampe. Unser Sohn muss auf langen Fahrten liegen, deshalb bekommt er für die komplette Rückbank eine angepasste Liegeschale. Der Beifahrersitz wird ein Hub-Schwenksitz, um das Umsetzen zu erleichtern. Außerdem wird ein 230V-Anschluss installiert, damit die Beatmung mit Befeuchter während der Fahrt betrieben werden kann.
Der gesamte Umbau wird von der Firma Sodermanns durchgeführt. Die Kosten werden vollständig über die Eingliederungshilfe übernommen (es lohnt sich, einen Antrag vor der Einschulung des Kindes zu stellen, da dieser dann einkommens- und vermögensunabhängig ist).