
Auf ins Schwimmbad
Schwimmen mit einem Kind mit Behinderung
Schwimmen macht nicht nur Spaß sondern fördert die Motorik, Sensorik und das Selbstbewusstsein eures Kindes mit Behinderung. Erfahrt hier mehr über die Vorteile des gemeinsamen Schwimmbadbesuchs und die Hilfsmittel, die euren Besuch zu einem schönen und sicheren Erlebnis machen.
Vorteile für euer Kind
- Körperliche Fitness: Schwimmen ist eine gelenkschonende Aktivität, die die Muskulatur stärkt und die Ausdauer verbessert. Für Kinder mit Behinderungen kann dies besonders wichtig sein, da sie oft eingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten haben. Das Wasser bietet Widerstand, der die Muskulatur sanft trainiert. Zugleich ist die Schwerelosigkeit im Wasser eine angenehme sensorische Erfahrung.
- Verbesserung der motorischen Fähigkeiten: Durch das Schwimmen können Kinder ihre Koordination und Balance verbessern. Aktivitäten im Wasser fördern die Entwicklung der motorischen Fähigkeiten und helfen, die Körperwahrnehmung zu schulen.
- Therapeutische Effekte: Schwimmen wird zunehmend als therapeutische Maßnahme anerkannt. In vielen Fällen wird es in Kombination mit physiotherapeutischen Übungen eingesetzt. Die Eigenschaften des Wassers – wie Auftrieb und Widerstand – ermöglichen es Therapeuten, gezielte Übungen durchzuführen, die an die individuellen Bedürfnisse des Kindes angepasst sind. Wassertherapie wird häufig zur Behandlung von Muskelverspannungen, Schmerzen und zur Verbesserung der Beweglichkeit eingesetzt. Wasser hat zudem eine beruhigende Wirkung und kann helfen, Stress und Angst abzubauen.
- Soziale Interaktion: Schwimmen bietet die Möglichkeit, mit anderen Kindern in Kontakt zu treten. Dies fördert soziale Fähigkeiten und das Selbstbewusstsein. In einem inklusiven Schwimmkurs etwa können Kinder – ebenso wie die begleitenden Eltern – neue Bekanntschaften schließen.
Vorteile für die Familie
- Gemeinsame Zeit: Schwimmen ist eine Aktivität, die die ganze Familie einbeziehen kann. Gemeinsame Besuche im Schwimmbad oder am See stärken die familiären Bindungen und schaffen schöne Erinnerungen.
- Förderung des Verständnisses: Wenn Familien gemeinsam schwimmen, können sie ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse und Fähigkeiten des Kindes entwickeln. Dies kann zu einer stärkeren emotionalen Bindung führen und das Selbstwertgefühl des Kindes stärken.
Hilfsmittel beim Schwimmen
Im Folgenden stellen wir euch verschiedene Hilfsmittel vor, die den gemeinsamen Schwimmbadbesuch mit einem Kind mit Behinderung zu einem sicheren und schönen Erlebnis machen.
1. Schwimmhilfen
- Schwimmflügel: Diese sind aufblasbare Hilfen, die an den Oberarmen getragen werden. Sie bieten Auftrieb und helfen Kindern, sich im Wasser sicherer zu fühlen, während sie gleichzeitig das Schwimmen lernen.
- Schwimmwesten: Diese sind besonders nützlich für Kinder, die noch nicht schwimmen können oder zusätzliche Unterstützung benötigen. Sie bieten mehr Auftrieb als Schwimmflügel und sind oft mit einem Sicherheitsverschluss ausgestattet. Für Kinder mit Epilepsie gibt es spezielle Schwimmwesten mit einem aufblasbaren Kragen, der im Falle eines Anfalls verhindert, dass der Kopf des Kindes mit Wasser in Berührung kommt.
- Schwimmringe: Diese runden, aufblasbaren Ringe können Kindern helfen, im Wasser zu bleiben und sich sicherer zu fühlen. Sie sind ideal für jüngere Kinder oder solche, die sich noch nicht sicher im Wasser bewegen können.
- Schwimmbretter und Poolnudeln: Diese Bretter und Schwimmnudeln können als Unterstützung beim Schwimmen verwendet werden. Kinder können sich darauf abstützen, während sie ihre Beine bewegen, was die Koordination und das Vertrauen in das Wasser fördert.
2. Sitz- und Mobilitätshilfen
- Schwimmsitze: Diese speziellen Sitze sind für Kinder mit motorischen Einschränkungen konzipiert. Sie bieten Stabilität und Unterstützung, sodass das Kind im Wasser sitzen und sich bewegen kann. Um das Kind bestmöglich zu schützen, sollte zusätzlich eine Schwimmweste getragen werden.
- Wasserrollstühle: Diese Rollstühle sind oft aus rostfreiem Stahl oder speziellen Kunststoffen gefertigt, die korrosionsbeständig sind. Dies verhindert Schäden durch Chlor oder Salzwasser. Sie sind leicht und haben oft große, breite Räder, die das Fahren auf unebenem Gelände, wie zum Beispiel am Strand oder am Schwimmbadrand, erleichtern. Viele Modelle sind mit gepolsterten Sitzen ausgestattet, die auch im Wasser bequem sind.
3. Sicherheitsausrüstung
- Sicherheitsgeschirre: Diese Geschirre können an Schwimmwesten oder -hilfen befestigt werden, um ein Abrutschen oder Untergehen zu verhindern. Sie bieten zusätzliche Sicherheit, insbesondere für Kinder, die sich im Wasser nicht selbstständig halten können.
- Schwimmbrillen: Diese helfen, die Augen vor Chlor und Wasser zu schützen und ermöglichen es Kindern, besser zu sehen, während sie schwimmen. Sie sind besonders nützlich für Kinder, die empfindliche Augen haben oder beispielsweise Contactlisen tragen. .
4. Zugängliche Einrichtungen
- Barrierefreie Zugänge: Viele Schwimmbäder bieten Rampen oder Lifte, die es Kindern mit Mobilitätseinschränkungen ermöglichen, sicher ins Wasser zu gelangen. Wasserrollstühle können oft direkt ins Wasser geschoben werden.
- Umkleidekabinen und Duschen: Barrierefreie Umkleidekabinen und Duschen sind wichtig, um den Besuch im Schwimmbad für Kinder mit Behinderungen so angenehm wie möglich zu gestalten. Diese Einrichtungen sollten ausreichend Platz bieten und mit Haltegriffen oder einem Deckenlift-System sowie höhenverstellbaren Liegen ausgestattet sein.
- Transferhilfen: In einigen Schwimmbädern stehen spezielle Transferhilfen zur Verfügung, die den Umstieg vom Rollstuhl ins Wasser erleichtern.
5. Spielzeug und Lernhilfen
- Wasserspielzeug: Spezielles Wasserspielzeug, das für Kinder mit Behinderungen geeignet ist, kann das Schwimmen spielerisch gestalten. Dazu gehören schwimmende Bälle, Becher oder andere Spielzeuge, die die motorischen Fähigkeiten fördern.
- Schwimmkurse mit angepasstem Unterricht: Viele Schwimmschulen bieten spezielle Kurse für Kinder mit Behinderungen an, die auf deren individuelle Bedürfnisse eingehen. Diese Kurse verwenden oft Hilfsmittel, um das Lernen zu unterstützen.
6. Inkontinenzprodukte
- Schwimmwindeln: Schwimmwindeln sind speziell für den Einsatz im Wasser konzipiert. Sie sind leicht, wasserfest und verhindern, dass Urin und Stuhlgang ins Wasser gelangt. Sie sind in verschiedenen Größen erhältlich und bieten eine bequeme Passform.
- Inkontinenzunterwäsche: Diese Produkte sind wie normale Unterwäsche gestaltet, bieten jedoch zusätzlichen Schutz gegen Urinverlust. Sie sind in verschiedenen Größen und Designs erhältlich, um den Bedürfnissen von Kindern gerecht zu werden. Sie sind diskret und bieten ein Gefühl von Normalität, da sie wie herkömmliche Unterwäsche aussehen.
- Wasserdichte Überhosen: Diese Überhosen können über Schwimmwindeln oder Inkontinenzunterwäsche getragen werden. Sie sind aus wasserfestem Material gefertigt und verhindern, dass Flüssigkeiten nach außen dringen. Sie sind in verschiedenen Farben und Designs erhältlich, was das Tragen für Kinder attraktiver macht.
- Spezielle Schwimmbekleidung: Einige Hersteller bieten spezielle Badeanzüge oder Badeshorts an, die mit integrierten Inkontinenzprodukten ausgestattet sind. Diese sind so gestaltet, dass sie sowohl funktional als auch modisch sind. Sie fördern das Selbstbewusstsein des Kindes, da sie wie normale Badebekleidung aussehen.
Wir wünschen euch viel Spaß bei eurem nächste Schwimmbadbesuch!
Tipps aus der Community
Wir nutzen ein Schwimmboot, dann kann unser Sohn ganz entspannt drin liegen.
Wir haben bei unseren Schwimmbesuchen immer einen Inkontinenz Badeanzug dabei.
Bei unseren Schwimmbadbesuchen nehmen wir immer Schwimmpampers mit und eine Matte zum Entspannnen mit.
Unsere Schwimmnudel und eine Schwimmweste darf bei unseren Badeausflügen nicht fehlen.