CVI – Cerebral Visual Impairment


Die Cerebrale Sehbehinderung (CVI) ist eine Sehbeeinträchtigung, die nicht durch eine Erkrankung der Augen, sondern durch eine gestörte Verarbeitung visueller Reize im Gehirn entsteht. Die Augen selbst können vollkommen gesund sein, dennoch fällt das Sehen und Verarbeiten von Bildern im Alltag schwer.

Die Ursache: Wenn das Gehirn die Bilder nicht „übersetzt“

Bei CVI liegt das Problem in den Bereichen des Gehirns, die für die Auswertung visueller Informationen zuständig sind. Man kann es sich wie eine Kamera vorstellen, die perfekte Bilder liefert, aber das Kabel zum Computer oder die Software zur Bildverarbeitung ist fehlerhaft.

Typische Merkmale einer CVI:

  • Stark schwankende Sehfähigkeit: Das Sehvermögen ist nicht konstant. Müdigkeit, Lärm oder Stress können dazu führen, dass das Kind plötzlich schlechter sieht.
  • Schwierigkeiten bei Komplexität: Viele Reize gleichzeitig (Crowding-Effekt), wie ein volles Spielzeugregal oder eine Menschenmenge, überfordern die visuelle Verarbeitung.
  • Probleme mit Kontrasten und Bewegungen: Das Erkennen von Formen, Gesichtern oder Objekten vor einem unruhigen Hintergrund ist oft beeinträchtigt.
  • Eingeschränkte visuelle Aufmerksamkeit: Es fällt schwer, den Blick gezielt auf ein Objekt zu richten und dort zu halten.

Hilfsmittel und Unterstützung im Alltag bei CVI

CVI ist ein Spektrum – jedes Kind sieht anders. Mit einer frühen Diagnostik und den passenden Hilfsmitteln lässt sich der Alltag jedoch deutlich barrierefreier gestalten:

  • Kontrastreiche Gestaltung: Hilfsmittel wie kontraststarke Ess-Sets (z. B. gelbe Teller auf dunkler Unterlage) oder markierte Treppenkanten helfen bei der Orientierung.
  • Beleuchtungs-Hilfsmittel: Speziallampen oder Leuchttische können helfen, die Aufmerksamkeit des Kindes auf ein bestimmtes Objekt zu lenken, da Lichtreize bei CVI oft besser verarbeitet werden.
  • Vergrößernde Sehhilfen: Elektronische Lupen oder Tablets können genutzt werden, um Details zu isolieren und den Hintergrund auszublenden, was die visuelle Überreizung reduziert.
  • Mobilitätshilfen: Bei Unsicherheiten in der räumlichen Orientierung können Langstöcke (für Kinder) oder markante Markierungen an einem Reha-Buggy Sicherheit geben.
  • Spezielle Software: Apps zur Sehförderung, die mit hohen Kontrasten und klaren Formen arbeiten, unterstützen das visuelle Lernen spielerisch.

Tipps für eine sehfreundliche Umgebung

  • Reduktion von Reizen: Weniger ist mehr. Räumen Sie Spielzeug weg, das gerade nicht gebraucht wird, um den visuellen Fokus zu erleichtern.
  • Klare Strukturen: Nutzen Sie einfarbige Hintergründe (z. B. eine schwarze Matte), auf denen das Spielzeug liegt.
  • Zeit lassen: Kinder mit CVI benötigen oft eine „Latenzzeit“, bis das Gehirn das Gesehene verarbeitet hat.

 

Hilfsmittel, die häufig bei CVM zum Einsatz kommen:

 

Mehr erfahren


Hier findet ihr weitere hilfreiche Infos rund CVm:

www.orpha.net