
Was ist Chorea Huntington?
Die Huntington-Krankheit (Morbus Huntington) ist eine seltene, erbliche Erkrankung des Gehirns. Während die Krankheit meist im Erwachsenenalter ausbricht, beginnt die Juvenile Huntington-Krankheit (JHD) bereits vor dem 20. Lebensjahr. Diese frühe Form unterscheidet sich in ihrem Verlauf und ihren Symptomen deutlich von der Variante bei Erwachsenen.
Die Ursache: Eine genetische Wiederholung
Ursache ist eine Mutation im HTT-Gen auf Chromosom 4. Dabei wiederholt sich ein bestimmter Abschnitt der DNA (das CAG-Triplett) zu oft. Je mehr dieser Wiederholungen vorhanden sind, desto früher bricht die Krankheit in der Regel aus. Dies führt zur Bildung eines fehlerhaften Proteins (Huntingtin), das Nervenzellen im Gehirn, besonders in den Stammganglien, schädigt und absterben lässt.
Typische Merkmale der Westphal-Variante
Anders als bei Erwachsenen, die oft unter ausladenden, tanzartigen Bewegungen (Chorea) leiden, zeigt die juvenile Form häufig die sogenannte Westphal-Variante:
- Muskelsteifigkeit (Rigor): Anstelle von Überbeweglichkeit steht eine zunehmende Steifheit der Muskulatur im Vordergrund. Bewegungen wirken langsam und hölzern.
- Epileptische Anfälle: Diese treten bei der juvenilen Form sehr viel häufiger auf als bei Erwachsenen (bei ca. 25–50 % der betroffenen Kinder).
- Entwicklungsrückschritte: Bereits erlernte Fähigkeiten in der Schule, beim Sprechen oder in der Feinmotorik gehen schleichend verloren.
- Psychische Veränderungen: Verhaltensauffälligkeiten, Reizbarkeit oder depressive Phasen können erste Anzeichen sein.
- Schluck- und Sprechstörungen: Die Kontrolle über die Mund- und Schlundmuskulatur nimmt ab, was das Sprechen (Dysarthrie) und Essen erschwert.
Hilfsmittel und Unterstützung im Alltag
Da die Juvenile Huntington-Krankheit fortschreitend verläuft, muss die Hilfsmittelversorgung vorausschauend geplant und regelmäßig angepasst werden:
- Mobilität & Stabilität: Wegen der zunehmenden Steifigkeit und Koordinationsprobleme sind Aktiv-Rollstühle oder bei fortschreitender Erkrankung spezialisierte Rollstühle mit kantelbarer Sitzfläche wichtig. Sie bieten Sicherheit und entlasten den Körper.
- Sicherheit bei Anfällen:Epilepsie-Sensormatten für das Bett und Kopfschutzhelme für den Tag schützen vor Verletzungen bei Stürzen oder nächtlichen Krämpfen.
- Unterstützte Kommunikation (UK): Wenn das Sprechen schwieriger wird, helfen Tablets mit Kommunikations-Apps, Symbolkarten oder Augensteuerungssysteme, um die Verständigung mit der Familie und im sozialen Umfeld aufrechtzuerhalten.
- Ernährungshilfen: Spezialbesteck mit Griffverdickungen, rutschfeste Unterlagen und Trinkhilfen unterstützen die Selbstständigkeit beim Essen. Bei ausgeprägten Schluckstörungen können mobile Ernährungspumpen notwendig werden.
- Pflege & Lagerung: Ein Pflegebett erleichtert die tägliche Unterstützung. Spezielle Lagerungskissen helfen, Kontrakturen (Gelenkversteifungen) vorzubeugen, die durch die dauerhafte Muskelsteifigkeit entstehen können.
Hilfsmittel, die häufig bei Chorea Huntington zum Einsatz kommen:

Mehr erfahren
Hier findet ihr weitere hilfreiche Infos rund um Chorea Huntington:
www.dhh-ev.de